Nachhaltigkeit im internationalen Handel: Strategien für umweltfreundliche Import- & Exportpraktiken

INHALTE
Das Wichtigste in Kürze
  • Nachhaltigkeit im internationalen Handel ist dringlicher denn je – steigende CO2-Emissionen durch globale Transporte beschleunigen den Klimawandel.
  • Unternehmen können durch Lieferkettenoptimierung, Elektromobilität, nachhaltige Verpackungen und KI-gestützte Logistik ihren ökologischen Fußabdruck deutlich reduzieren.
  • Politik und Gesetzgebung – etwa das EU-Lieferkettengesetz und CO2-Reduktionsziele – zwingen Unternehmen zunehmend zum Handeln.
  • Technologien wie Blockchain und künstliche Intelligenz bieten konkrete Lösungen für mehr Transparenz und Effizienz in der Lieferkette.
  • Nachhaltige Maßnahmen sind nicht nur gut für die Umwelt, sondern zahlen sich langfristig auch finanziell aus – staatliche Förderprogramme unterstützen den Wandel zusätzlich.

Angesichts der umfangreichen Globalisierung der Märkte in den vergangenen 30 Jahren, ist die Bedeutung von Nachhaltigkeit im internationalen Handel heute wichtiger denn je. Durch die vielen Transporte per Luft, See und über die Straße ist der CO2-Verbrauch sprunghaft angestiegen – und mit ihm wird der Klimawandel zu einer immer relevanteren Gefahr für den Planeten. Entsprechend müssen international agierende Unternehmen Mittel und Wege finden, um nachhaltiger zu handeln und ihre Waren mit einem geringeren Einfluss auf die Natur zu versenden.

In diesem Artikel befassen wir uns genauer mit dem Thema der Nachhaltigkeit im internationalen Handel und zeigen Ihnen Möglichkeiten auf, mit denen sich die Situation verbessern lässt.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit im internationalen Handel

Wer nachhaltig Waren versendet, profitiert damit auf vielfältige Weise. Zunächst können sich grüne Unternehmen ein positives Image in der Weltöffentlichkeit und bei den Kunden zulegen. Gleichzeitig helfen die Firmen dabei, den Planeten auf kurze und lange Sicht zu schützen. Der Klimawandel ist hierbei ein Thema, das besonders kritisch ist. Sollte sich die Erde weiter erwärmen, fallen möglicherweise wichtige Ressourcen und Absatzmärkte weg. Ohne jede Rücksicht auf Verluste international zu handeln, kann somit zu einem sprichwörtlichen Eigentor für die Wirtschaft werden.

Auf der anderen Seite schafft die Politik immer mehr Anreize für Nachhaltigkeit im internationalen Handel und sanktioniert diejenigen, die gegen Gebote verstoßen. So bietet der Handel mit CO2-Zertifikaten gewisse Vorteile für die Teilnehmer an der Lieferkette – wer die Berechtigungen kauft, vermeidet Strafzahlungen. Für die Modernisierung von Technologien zahlen Regierungen weiterhin attraktive Fördermittel.

Schlüsselstrategien für nachhaltige Importe und Exporte

Import und Export umweltfreundlicher zu gestalten, ist mit Hilfe verschiedener Schlüsselstrategien möglich. Hierfür muss man sich zunächst die Probleme anschauen, welche durch den traditionellen internationalen Handel entstanden sind und weiterhin entstehen. Im Fokus stehen hierbei natürlich die CO2-Emissionen, die dauerhaft zu einem immer stärkeren Treibhauseffekt führen. Daneben ist aber auch die Ausbeutung von Ressourcen, das Anwachsen der Plastikmüllberge und die Verschmutzung der Ozeane für den internationalen Handel relevant. Mit den folgenden Strategien lässt sich Nachhaltigkeit erfolgreich bei Import und Export umsetzen.

Optimierung der Lieferkette

Umweltfreundlicher Im- und Export heißt zunächst einmal, die Lieferketten und eventuell die Zollprozesse im Unternehmen zu optimieren. Mit Hilfe von Algorithmen lässt sich besser planen, so dass bei der Besorgung von Rohstoffen und der Versendung von Waren ein Rad ins andere greift. Je schneller und effektiver alles vonstatten geht, desto höher ist prinzipiell auch das Einsparpotenzial beim CO2-Fußabdruck.

Schnell ist jedoch nicht immer die beste Lösung, um Nachhaltigkeit beim Importieren und Exportieren umzusetzen. Grüne Unternehmen sollten dagegen nach Möglichkeiten suchen, die Rohstoffe oder eingekauften Produkte möglichst aus der eigenen Region zu beziehen. Dadurch verkürzen sich die Lieferketten erheblich und die ausgestoßenen Emissionen fallen geringer aus.

Falls dennoch lange Wege in Kauf genommen werden müssen, weil die Materialien zum Beispiel nicht im Umfeld der eigenen Firma eingekauft werden können, sollte besser skaliert werden. Bei einem großen Import per Seefracht wird man nicht nur die Emissionen verringern, sondern möglicherweise sogar Mengenrabatte bekommen.

In der Zulieferung optimieren die Unternehmen die Lieferketten auf Nachhaltigkeit, indem sie die Transportwege besser planen und an strategisch klugen Stellen Umschlagslager für den Weitertransport in die Regionen einrichten. Die Zusammenarbeit mit Subunternehmen für Kontraktlogistik kann ebenfalls dabei helfen, die Verteilung der Waren logistisch nachhaltiger zu gestalten.

reduzierung-co2-emissionen

Reduzierung von CO2-Emissionen

Wer den Klimawandel bremsen und den Treibhauseffekt verringern möchte, muss an der Reduzierung von CO2-Emissionen arbeiten. Hierfür gibt es neben der Optimierung der Lieferketten verschiedene Optionen. Um bei Importen und Exporten Nachhaltigkeit zu erreichen, könnte der Marktteilnehmer so zunehmend auf Elektromobilität setzen. Auf Bahnfracht anstelle von Lufttransporten mit ihren hohen Sicherheitsanforderungen umzusteigen, ist eine weitere Möglichkeit, um die Bilanz zu verbessern.

Darüber hinaus stehen sehr konkrete Pläne von Energieberatern bereit, mit denen sich der Energieverbrauch in den eigenen Immobilien wie Bürohäusern, Lagerstätten und Produktionshallen verbessern lässt. Der komplette Umstieg auf LEDs, eine bessere Dämmung, Solarzellen auf dem Dach sowie der Einsatz von Brennstoffzellen mit Wasserstoff für die innerbetriebliche Logistik sind vielversprechende Lösungen für ein umweltfreundliches Import-Export-Geschäft.

Nachhaltige Verpackungslösungen

Neben der Luft werden auf dem Planeten auch die Meere verunreinigt. Schuld daran ist vor allem Plastik, welches sich durch die Sonneneinstrahlung in immer kleinere Elemente zersetzt und dann unsichtbar in die Nahrungskette vordringt. Die Anhäufung von Plastikmüll in den Meeren und auf den Deponien ebenso zu verhindern wie das Verbrennen dieser Kunststoffe, muss heutzutage sehr früh ansetzen: Also bei der Verpackung selbst. In einem von Nachhaltigkeit geprägten internationalen Handel sollte Plastik so kaum noch eine Rolle spielen.

Stattdessen lassen sich die Waren in biologische Materialien einpacken, zum Beispiel Papier, Karton, Bambusprodukte, Zellstoffe sowie andere innovative Erfindungen wie Styropor-Ersatz aus Mais. Nach der Verwendung zersetzen sich die Verpackungen einfach und werden wieder zu Erde. Dennoch muss auch hier aufgepasst werden, dass man dem Planeten nicht zu viel dieser nachwachsenden Rohstoffe entzieht. Wird auf einmal nur noch Papier für die Verpackungen verwendet, kann das einen negativen Effekt auf den weltweiten Baumbestand und damit wiederum auf den Treibhauseffekt haben – es gäbe dann zu wenig Wälder, die der Luft das CO2 entziehen.

Entsprechend sollte man Kunststoffe nicht gänzlich verteufeln. Ihr Vorteil liegt in ihrer Beständigkeit und möglichen Wiederverwendbarkeit. Dafür muss Plastik aber robuster und für eine sehr lange Dauer konstruiert sein. Als Basis braucht man dafür nicht zwingend neue Kunststoffe produzieren, sondern kann zum Beispiel alte Nylon-Fischernetze oder PET-Flaschen in neue, stabile Verpackungen umwandeln. Heute nehmen sich viele Firmen weltweit diesem Thema an und basteln fortwährend an realistisch umsetzbaren Ideen.

Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung

Umweltorganisationen wie Greenpeace befassen sich seit vielen Jahrzehnten mit dem Thema der Nachhaltigkeit im internationalen Handel. Sie wissen entsprechend bestens darüber Bescheid, welche Praktiken einen verheerenden Einfluss auf die Natur haben und mit welchen Maßnahmen man dagegen angehen kann.

Sie arbeiten oft eng mit den Akademien und wissenschaftlichen Instituten zusammen. Diese nehmen gesellschaftliche Impulse auf und arbeiten mit viel Energie an Technologien zum Umweltschutz. Werden diese in der nahen Zukunft wirklich zum Standard, kann das Projekt des umweltfreundlichen Im- und Exports tatsächlich erfolgreich umgesetzt werden.

Hierzu sollten sich die Unternehmen mit Umweltschutzorganisationen und der Wissenschaft zusammensetzen, um deren Sichtweise und Vorschläge kennenzulernen. Die Akteure zeigen dann die Wege auf, über welche man den individuellen CO2-Fußabdruck reduziert. Durch diese Zusammenarbeit lassen sich letztlich auch wichtige Siegel für die Außenwirkung erhalten, allem voran das ESG, welches für Umwelt, soziales Engagement und Governance (Regelung, Rechtsgebundenheit) steht.

Technologien und Innovationen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im internationalen Handel

Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit bei Im- und Export kommen wir nicht um neue Technologien herum. Sie werden eine der maßgeblichen Triebfedern dafür sein, den internationalen Handel grüner zu gestalten und gleichzeitig das Level an Warenlieferungen weltweit bei einer wachsenden Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

Neben ambitionierten Ansätzen wie Luft- und Meeresreinigern sind heutzutage bereits digitale Lösungen verfügbar, die zu einer Optimierung des umweltfreundlichen Import-Export-Handels führen. Big Data, künstliche Intelligenz, die Digitalisierung der Zollprozesse und hocheffiziente Technologien wie Blockchain sind Stichworte, die man sich zum Thema Nachhaltigkeit im internationalen Handel merken sollte.

blockchain-nachverfolgung-lieferketten

Der Einsatz von Blockchain zur Nachverfolgung der Lieferketten

Blockchain ist den meisten von den Kryptowährungen und dem Bitcoin im Speziellen bekannt. Es handelt sich hierbei um ein Verschlüsselungsverfahren, welches von einem Netzwerk an Rechnern getragen wird. Sobald die Computer eine Aufgabe lösen, kommt ein Kettenglied hinzu. Bestimmte digitale Marken, zum Beispiel Coins, können dabei exakt einem Besitzer zugeordnet werden.

Doch Blockchain kann nicht nur für das Weiterreichen von Kryptowährungen genutzt werden. Alternativ lassen sich Informationen sehr einfach, schnell und sicher austauschen. So hat die Technologie ein sehr hohes Potenzial für die Verbesserung der Lieferkette und mehr Nachhaltigkeit im internationalen Handel. Die Idee ist hier das Track & Trace, also das Auffinden und Verfolgen von Waren.

Vorteile von Blockchain-Lieferketten für nachhaltigen Handel auf einen Blick

  • Sichere Zuweisung von Daten zu einem Produkt
  • Transparenz über Herkunft und Herstellung möglich
  • Betrugsfälle können verhindert werden
  • Geringere Kosten bei der Nachverfolgung
  • Kunden können den grünen Labels vertrauen

Künstliche Intelligenz in der Logistik

Künstliche Intelligenz in der Logistik hilft dabei, gewisse Prozesse zu automatisieren und zu beschleunigen. Im Rückgriff auf Big Data kann der Code außerdem Lieferwege optimieren und somit die Anzahl unnötiger Fahrten verhindern. In kürzester Zeit erstellt das System einen Plan, welche Waren zum Beispiel in welcher Reihenfolge und mit welchem Transporter ausgetragen werden sollten.

Diese Optimierung hilft dabei, umweltfreundliche Import-Export-Geschäfte zu betreiben und den Schadstoffausstoß zu minimieren. Das betrifft nicht nur die Routen an sich, sondern auch die Lagerung. Bei der Verwaltung von Kommissionslagern, von Speditionslagern oder Umschlagslagern erreicht man so schnell einen strategisch besseren Aufbau und im besten Fall einen geringeren CO2-Ausstoß.

Umweltstandards und Zertifizierungen zur Nachhaltigkeit im internationalen Handel

In vielen Ländern und Wirtschaftsregionen der Welt werden mittlerweile hohe Umweltstandards verlangt. Die an der Lieferkette beteiligten Unternehmen sollten sich daher ihren nachhaltigen Ansatz für internationalen Handel zertifizieren lassen und können damit dann besser operieren. Die Zertifizierungen dienen nicht nur dem Nachweis der Umweltfreundlichkeit, sondern steigern auch die Attraktivität des Transporteurs bei den Kunden.

Innerhalb der EU hat man sich im Januar 2024 darauf geeinigt, die CO2-Emissionen für schwere Nutzfahrzeuge um 45 Prozent bis 2034 herabzusetzen. Hier sollten die Unternehmen also bereits jetzt am Wandel arbeiten und neue, innovative Technologien einbeziehen. Das betrifft einerseits spezielle Fahrzeuge für umweltfreundlichen Export/Import als auch die Optimierung der Lieferketten.

Das noch nicht verabschiedete EU-Lieferkettengesetz (Stand: April 2024) verpflichtet zudem Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mindestens 450 Millionen Euro dazu, die menschenrechtliche und umweltbezogene Situation bei den Zulieferern zu ermitteln. Es muss nachgewiesen werden, dass die Rohstoffe und der Transport mit der Idee der Nachhaltigkeit vereinbar sind. Bereits jetzt besteht die Pflicht dazu, Berichte zur Erfüllung der Sorgfaltspflichten abzuliefern.

Die meisten Zertifikate für den nachhaltigen internationalen Handel werden heute von privaten, teilweise auch von staatlichen Initiativen ausgestellt. Ein besonders relevanter Ausweis der Nachhaltigkeit im internationalen Handel ist das ISO 14064-1 Zertifikat, bei dem die Emissionen konkret gemessen werden. Weiterhin können sich Kunden von grünen Logistikunternehmen am Eco Performance Award orientieren.

stakeholder-umweltfreundlichen-import-export

Engagement der Stakeholder für umweltfreundlichen Import und Export

Erfolgreich kann die Umsetzung von Nachhaltigkeitsregeln im internationalen Handel nur dann sein, wenn sich alle an ihnen beteiligen. Dazu gehören zum einen die Unternehmen selbst, welche erkennen müssen, dass der Umweltschutz für sie selbst auch existenziell und finanziell relevant ist. Andererseits müssen die Parlamente und Regierungen die Rahmenbedingungen setzen. In der demokratischen Diskussion sollten mit Bezug auf Experten klare Gesetze verabschiedet werden, die den internationalen Handel regulieren und das Im- und Export-Geschäft umweltfreundlicher machen.

Die Staaten sind auch in der Verpflichtung, das Bewusstsein der Konsumenten zu schärfen. Gerade die jüngeren Generationen üben jedoch bereits von selbst Druck auf den Handel aus, weil sie wissen, dass ihr Überleben auf dem Planeten stark von den heutigen Umweltschutzmaßnahmen abhängt. Sie wählen zunehmend Produkte, die ein klares nachhaltiges Label – zum Beispiel durch Blockchain-Verfolgung – haben. Es ist also im Interesse der Logistiker und Hersteller von Waren, Import und Export umweltfreundlich zu betreiben, um bei den Kunden anzukommen.

Fallstudien: Umsetzung von Nachhaltigkeit im internationalen Handel in der Praxis

Nehmen wir uns nun ein Beispiel für die Nachhaltigkeit im Im- & Exportgeschäft zur Hand:

Ein Importeur von Kaffee aus Kolumbien möchte so umweltfreundlicher von Südamerika nach Deutschland liefern und sucht nun nach Maßnahmen, welche bei dieser Zielsetzung helfen können. Nach den Lieferkettenbestimmungen muss der Unternehmer bereits jetzt seiner Sorgfaltspflicht nachkommen und prüfen, wo der Kaffee genau herkommt und wie er angebaut wird. Sich vor Ort für ein umweltfreundliches Kooperativen-Projekt mit fairer Bezahlung und Integration der lokalen Bevölkerung zu entscheiden, ist in diesem Fall der erste Schritt.

Wenn sichergestellt ist, dass beim Anbau und der Ernte keine großen Umweltauswirkungen zu erwarten sind, transportiert man die Erzeugnisse mit E-Fahrzeugen zur Verarbeitung. Diese findet in energieeffizienten Produktionsstätten statt. Anschließend werden die Waren mit nachwachsenden Materialien verpackt und verschifft. Das Unternehmen wird so skalieren, dass es möglichst große Mengen auf einmal per Schiff nach Europa bringt, um den höheren CO2-Abdruck, der bei vielen kleinen Lieferungen im Flugzeug entstehen würde, zu verringern.

In Deutschland angekommen, bringt der Importeur den Kaffee in ein hafennahes Lager, in dem die Verwaltung elektronisch und digitalisiert vonstattengeht. Die künstliche Intelligenz verwaltet so die Bestellungen und kann im Zusammenhang mit den Destinationen sowie Bestellzeiten eine optimierte Route für geringeren Energieverbrauch ermitteln. Die Verteilung könnte nun nach Regionen erfolgen, zum Beispiel, indem gewisse Warenmengen per Bahn in die Umschlagslager der jeweiligen Gebiete transportiert werden. Von dort können sie dann mit E-Transportern in die einzelnen Läden geschafft werden.

Finanzierung und Investition in nachhaltige Handelsinitiativen bei Import und Export

Nachhaltige Maßnahmen umzusetzen, ist kein Selbstläufer und teilweise mit hohen Investitionen verbunden. Diese Kosten für neue Fahrzeuge und verbesserte Energieeffizienz sollten aber eben immer auch als eine Investition mit Amortisierungspotenzial in der Zukunft gesehen werden. Als Beispiel könnte man hier die Modernisierung von Dämmungen und Heizungs- beziehungsweise Kühlsystemen in Lagern nennen. Der Umbau mag zunächst einiges kosten, zahlt sich aber auf Dauer in Form von Ersparnissen aus.

Hinzu kommt, dass der Staat energetische Sanierungen und umweltfreundlichen Außenhandel fördert. Es lohnt sich also, durch die aktuellen Förderprogramme des Bundesamtes für Wirtschaft und Außenhandel zu stöbern und sinnvolle Angebote auszumachen.

Für das Transportgeschäft könnte man sich zudem an andere Förderinstitutionen und an das Bundesamt für Logistik und Mobilität wenden. Letzteres betreibt zum Beispiel das Förderprogramm Umweltschutz und Sicherheit (US), ehemals De-minimis, welches Unternehmen im Güterkraftverkehr bei der Umsetzung von nachhaltigen Maßnahmen finanziell unter die Arme greift.

Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im internationalen Handel

Die größte Herausforderung auf dem Weg zur Nachhaltigkeit im internationalen Handel ist sicherlich das allgemeine Bevölkerungswachstum auf der Welt. Länder wie Indien und China sind dabei nicht nur von einer steigenden Anzahl an Menschen geprägt, sondern auch von immer mehr Wohlstand. Damit kommt es zu einem höheren Verbrauch von Gütern und deutlich mehr Warentransporten.

Die Frage, die sich hier stellt ist, ob die Maßnahmen zur Nachhaltigkeit mit dem Bedarfswachstum mitkommen oder die steigenden Verbrauchszahlen die positiven Effekte des Wandels verpuffen lassen. Hier können eigentlich nur eine verbesserte Technologie und internationale Zusammenarbeit eine Lösung darstellen.

In einer zunehmend multipolaren Welt wird jedoch gerade die Zusammenarbeit immer schwerer. Es ist eher kompliziert, allgemeine Umweltstandards in Staaten umzusetzen, die eine eigene Agenda für sich verfolgen. Lieferkettengesetze und Sorgfaltspflichten sind immerhin ein Mittel, um die Kooperationspartner zum Einhalten von Umweltregeln zu zwingen. Gewisse Standards können zudem im Rahmen von internationalen Abkommen zum Freihandel festgelegt werden.

Zukunftsaussichten: Die Evolution des nachhaltigen Handels und umweltfreundlicher Importe und Exporte

Technik und vor allem die Digitalisierung werden den internationalen Handel verändern und nachhaltige Prinzipien durchsetzen. Dafür müssen alle neuen Unternehmen auf dem Markt bereits jetzt damit anfangen, diese Technologien in ihre umweltfreundlichen Im- und Exporte zu integrieren. Dazu gehören speziell die durch KI optimierten Lieferketten und emissionslose Fahrzeuge.

Die Automatisierung wird sicherlich viele Fahrzeuge selbst betreffen. Selbstfahrende Elektro-LKW könnten ein Element in der zukünftigen Transportwirtschaft und Logistik sein. Zudem könnte wieder mehr auf die Schiene verlagert werden. Dieser Wandel wird jedoch noch einige Zeit dauern und sich kaum vor den 2030er Jahren verwirklichen lassen.

Deutlich früher werden die KI-Lösungen für Nachhaltigkeit im internationalen Handel sorgen. Die Entwicklung geht hier sprunghaft voran und fast jedes Jahr kommen große Innovationen heraus. Diese betreffen fast jeden Bereich der Nachhaltigkeit im Import-Export-Geschäft, vom grünen Lager bis hin zur Transportroute ohne unnötige Umwege.

Fazit

Die kommenden Jahre werden eine Schlüsselrolle in Bezug auf den Klimawandel spielen und die Nachhaltigkeit im internationalen Handel trägt maßgeblich dazu bei. Bereits heute werden allein in der EU jährlich Milliarden Tonnen an Gütern von A nach B gebracht. Laut Statista 2023 hat sich der Exportwert seit 2005 sogar mehr als verdoppelt.

In Verbindung mit einer wachsenden Bevölkerung, zunehmender Nachfrage und einem sich erwärmenden Planeten ist ein umweltfreundlicher Import/Export also wichtiger denn je. Die Unternehmen, welche sich für Nachhaltigkeit im internationalen Handel einsetzen, profitieren in vielerlei Hinsicht davon.

Sie tragen einerseits zum Erhalt des Planeten bei und können sich dabei in vielen Fällen mit staatlichen Fördermitteln unterstützen lassen. Abgesehen davon hat die Energieersparnis finanzielle Vorteile. Durch weniger Verbrauch sinken letztlich die Kosten und die Gewinne wachsen. Moderne Technologien von der E-Mobilität über energieeffiziente Lagergebäude bis hin zur Routenoptimierung durch künstliche Intelligenz machen es dabei leicht, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und in die Zukunft zu investieren.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Der globale Warenverkehr verursacht enorme CO2-Emissionen und trägt wesentlich zum Klimawandel bei. Unternehmen, die nachhaltig handeln, schützen nicht nur den Planeten, sondern sichern auch ihre eigene wirtschaftliche Zukunft – da Ressourcen und Märkte durch den Klimawandel gefährdet werden könnten.

Zu den wichtigsten Strategien zählen die Optimierung der Lieferketten, der Umstieg auf Elektromobilität und Bahnfracht, nachhaltige Verpackungslösungen aus biologischen Materialien sowie Partnerschaften mit Umweltorganisationen und der Wissenschaft.

Blockchain ermöglicht ein lückenloses 'Track & Trace' von Waren entlang der gesamten Lieferkette. Dadurch lassen sich Herkunft, Transportwege und Umweltauswirkungen transparent nachverfolgen – ein wichtiger Schritt für mehr Glaubwürdigkeit und Effizienz im nachhaltigen Handel.

Besonders relevant ist das 'ISO 14064-1' Zertifikat, das konkrete Emissionsmessungen voraussetzt. Auch der 'Eco Performance Award' und das 'ESG'-Siegel, das Umwelt, soziales Engagement und Unternehmensführung bewertet, sind wichtige Nachweise für nachhaltige Handelsaktivitäten.

Ja, verschiedene staatliche Stellen unterstützen Unternehmen finanziell. Das Bundesamt für Wirtschaft und Außenhandel bietet Förderprogramme für energetische Sanierungen an. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität betreibt das Förderprogramm 'Umweltschutz und Sicherheit (US)', das Unternehmen im Güterkraftverkehr bei nachhaltigen Investitionen unterstützt.

Das globale Bevölkerungswachstum und steigender Wohlstand in Ländern wie Indien und China erhöhen die Nachfrage nach Gütern und Transporten erheblich. Gleichzeitig erschwert eine zunehmend multipolare Weltpolitik internationale Kooperationen beim Umweltschutz. Nur technologischer Fortschritt und internationale Zusammenarbeit können diese Herausforderungen langfristig lösen.

Hinweis

Bei der Erstellung der Inhalte für diese Website bemühen wir uns um größtmögliche Sorgfalt. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass sich Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte jederzeit – auch kurzfristig – ändern können und diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt möglicherweise nicht mehr gegeben sind. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass die bereitgestellten Informationen nicht als individuelle rechtliche, steuerliche, finanzielle oder sonstige fachliche Auskünfte, Empfehlungen oder Beratungen zu verstehen sind. Sie können eine individuelle Einzelfallberatung durch eine fachkundige Person nicht ersetzen und eignen sich nicht als Grundlage von Entscheidungen. Informationen zur Haftung der Verzollungsbüro Butz GmbH finden Sie hier.

Tags

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Die T2L/T2LF-Versanddokumente im Überblick: Erklärung, Anwendung & Erstellung

Die T2L/T2LF-Versanddokumente im Überblick: Erklärung, Anwendung & Erstellung

Für den Export von Waren innerhalb des Europäischen Zollgebiets sind T2L- und T2LF-Dokumente von großer Bedeutung. Mit ihrer Hilfe kann der sog. Gemeinschaftsursprung der betreffenden Waren nachgewiesen werden. Dadurch müssen diese nämlich nicht bereits während des Transports verzollt oder versteuert...
mehr erfahren
Import: Ablauf, Dokumente, Zollgebühren, Steuern & mehr

Import: Ablauf, Dokumente, Zollgebühren, Steuern & mehr

Wer Ware aus dem außereuropäischen Ausland importiert, muss gewisse Bestimmungen beachten, denn der Import in die Bundesrepublik unterliegt klaren Regeln und Gesetzen. Dazu zählt vor allem die Zollabwicklung bei der Einfuhr nach Deutschland, auch Import-Zollabwicklung genannt. Bei der Zollabwicklung beim...
mehr erfahren
Das EU-Trader-Portal: Bedeutung für Unternehmen, Funktionen & Vorteile im Überblick

Das EU-Trader-Portal: Bedeutung für Unternehmen, Funktionen & Vorteile im Überblick

Die Digitalisierung spielt auch in der Zollverwaltung und zur Abwicklung von Zollprozessen eine zunehmende Rolle – auch, weil die Europäische Union (EU) die Entwicklung konsequent vorantreibt. Das EU-Trader-Portal (EU-TP) hat dabei zentrale Bedeutung und dient im Rahmen der digitalen Transformation...
mehr erfahren
Welche Ausfuhrverfahren gibt es?

Welche Ausfuhrverfahren gibt es?

Die Ausfuhranmeldung ist eines von mehreren Zollverfahren. Ausfuhrverfahren kommen bei der Lieferung von Waren zum Einsatz oder wenn es um die u00dcbertragung von Technologien oder Software geht, die vom Inland in ein Drittland transportiert werden sollen. Der Warenverkehr aus einem...
mehr erfahren
Einfuhrbestimmungen & Zollrecht Russland: Exportregelungen im Überblick

Einfuhrbestimmungen & Zollrecht Russland: Exportregelungen im Überblick

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland sind in der aktuellen Situation überaus angespannt. Viele Unternehmer sind unsicher, wie sie in Zukunft verfahren müssen. Im Jahr 2012 erreichten die Exporte, die von Deutschland nach Russland verschickt wurden, ihren bisherigen Höhepunkt. Die 35-Milliarden-Marke...
mehr erfahren
Ratgeber Präferenzkalkulation: Den präferenziellen Warenursprung richtig ermitteln und Fehler vermeiden

Ratgeber Präferenzkalkulation: Den präferenziellen Warenursprung richtig ermitteln und Fehler vermeiden

In den letzten Jahren wurde das Präferenzabkommen öfter geändert. Im Zoll und Präferenzrecht wurden zahlreiche Anpassungen vorgenommen, die sich in der Präferenzkalkulation in Deutschland niederschlagen. Für denjenigen, der die Präferenzkalkulation richtig beherrscht, eröffnen sich Kostenvorteile beim Export oder Import von...
mehr erfahren