Was ist ein Speditionslager? – Bedeutung, Arten, Vorteile, Dienstleistungen & mehr im Überblick

INHALTE
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Speditionslager ist ein von einem Logistikdienstleister betriebenes Lager, das Waren zwischen Produktion und Verkauf aufbewahrt, umschlägt oder verteilt.
  • Es gibt drei Hauptarten: Umschlagslager (kurzfristiger Warenumschlag), Dauerlager (langfristige Lagerung von Rohstoffen) und Verteillager (Warenaufteilung in regionale Standorte).
  • Unternehmen profitieren von externen Speditionslagern durch Kostenersparnis, Fachkompetenz und Entlastung bei Zoll- und Steueraufgaben.
  • Moderne Speditionen bieten zunehmend Zusatzleistungen wie Retourenmanagement, Qualitätsprüfung und Kundenservice an.
  • Die Auslagerung der Logistik an eine Spedition ermöglicht es Unternehmen, sich stärker auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Die Lagerung von Waren gehört für die meisten Unternehmen zum täglichen Geschäft. Dennoch ist vielen nicht bekannt, welche Formen der Lagerung es gibt, was ein Speditionslager ist und welche Vorteile es mit sich bringt.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen das Speditionslager detailliert vor: Mit all seinen Dienstleistungen, Aufgaben und verschiedenen Arten. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen und lernen Sie das Speditionslager genauer kennen.

Was bedeutet Lagerung?

Ziel jedes Produzenten ist es, die Ware am Ende Herstellungs- und Vertriebskette an den Endverbraucher zu bringen. Allerdings gehen Produktion und Vertrieb nicht immer nahtlos ineinander über und nicht selten kommt es dazu, dass fertig produzierte Waren nicht unmittelbar in den Verkauf gehen. Zudem werden häufig Warenbestände gebildet, um Engpässe zu vermeiden und das entsprechende Produkt stets vorrätig zu haben.

Beispielsweise werden Weihnachtsartikel bereits im Sommer in großen Mengen vorproduziert, damit sie pünktlich in der Winterzeit auf den Markt gebracht werden können. Daher müssen die Warenbestände im Zeitraum zwischen Produktion und Verkauf zunächst deponiert werden. Diesen Vorgang nennt man Lagerung.

Es gibt allerdings auch die sogenannte “Just-in-time-Produktion”, bei der Lagerbestände so weit wie möglich vermieden werden. Stattdessen werden die Waren so produziert, dass sie sofort in den Verkauf übergehen. Lieferengpässe sind bei dieser Produktionsform ein hohes Risiko.

Viele Unternehmen entscheiden sich dafür, die Warenlagerung zum Teil oder gar vollständig auszulagern. In diesem Fall übernimmt häufig eine Spedition die Lagerung der Waren.

Was ist ein Speditionslager? – Definition

Eine Spedition ist ein Logistikdienstleister. Das Unternehmen verfügt über einen großen Fuhrpark und übernimmt den Transport, die Zwischenlagerung und die Auslieferung der Waren an den Kunden. Zu seinen zentralen Aufgaben gehören außerdem auch Dienstleistungen wie die Zollabfertigung bei Importen und Exporten. Der Weitertransport findet in den meisten Fällen per LKW, Schiff oder Flugzeug statt.

Neben dem Transport übernimmt die Spedition allerdings auch die Lagerung von Gütern. Regelmäßig verfügt sie über Lagerhallen, die auch besonderen Anforderungen gerecht werden. Dies ist beispielsweise bei Produkten, die gekühlt aufbewahrt werden müssen, von Bedeutung und auch bei Gefahrgütern bedarf es spezifischer Lagerbedingungen. Als Lagerorte kommen Räume, aber auch ganze Gebäude und Areale in Betracht.

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In welche Arten lassen sich Speditionslager einteilen?

Lager ist nicht gleich Lager – daher stellen wir Ihnen an dieser Stelle drei verschiedene Arten von Speditionslagern vor:

Umschlagslager

Ein Umschlagslager ist laut Definition ein Lager, in dem keine Bestände gebildet werden. Zwar gelangt die Ware auf ihrem Weg von der Produktionsstätte zum Vertrieb an den Endkunden zunächst in das Lager. Jedoch fungiert diese nur als Umschlagsort, an dem die Ware von einem in das nächste Transportmittel umgeladen und eine Ladung neu zusammengestellt wird. Ein solches Umschlagslager gehört in der Regel zu einer Spedition. Neben dem Transport und der Lagerung ist der Umschlag einer der drei zentralen Aspekte der Logistikkette.

Dauerlager

Anders als in einem Umschlagslager, verbleiben die Güter in einem Dauerlager über einen langen Zeitraum hinweg. Die Qualität und Preise variieren bei den meisten Rohstoffen über das Jahr hinweg oft stark. Deshalb stellen Unternehmen Prognosen auf und versuchen, die benötigten Rohstoffe oder Teile dann auf Vorrat zu kaufen, wenn sie in einer guten Qualität und zu einem wettbewerbsfähigen Preis angeboten werden. Anschließend werden die Rohstoffe bzw. Teile bis zu ihrer Weiterverarbeitung in einem Dauerlager verwahrt.

Dauerlager spielen in der Logistik eine tragende Rolle, denn sie fangen die Überhänge auf. Allerdings müssen effizient wirtschaftende Unternehmen vermeiden, zu viel Eigenkapital in Lagerbeständen zu binden.

Verteillager

In einem Verteillager werden Waren angeliefert, um anschließend aufgeteilt und in regionale Lager an verschiedenen Standorten weitergeleitet zu werden. Die Warenverteilzentren sind entweder für das gesamte Land oder nur für einzelne Regionen zuständig. Die Organisation der einzelnen Lager wird durch die Ausrichtung des Unternehmens bestimmt.

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Welche Vorteile bringt ein Speditionslager?

Speditionen sind als Dienstleister darauf spezialisiert, logistische Prozesse abzuwickeln. Sie verfügen über das notwendige Knowhow und unterstützen ihre Kunden mit ihrer professionellen Expertise. Jahrelange Erfahrung und stetige Weiterbildungen sind häufig die Grundlage für eine optimale Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Spedition.

Hinzu kommt das Wissen in den Bereichen Steuern und Verzollung. Speditionen spezialisieren sich neben dem Transport von Waren auch auf deren Abfertigung und können Importeuren sowie Exporteuren tatkräftig zur Seite stehen. In einem Speditionslager sind daher Experten am Werk und die Spedition kann garantieren, dass alle Waren optimal behandelt werden. Gleichzeitig können Unternehmen durch die Beauftragung einer Spedition häufig kosteneffizienter wirtschaften, denn sie müssen keine Lagerhallen anmieten oder eigene bauen.

Welche weiteren Dienstleistungen bietet ein Speditionslager?

Die zentrale Aufgabe einer Spedition besteht im Transport von Gütern und Waren. Allerdings erweitern die meisten Speditionen ihr Dienstleistungsportfolio fortlaufend, sodass heute vielfach auch Zollabfertigung, Retourenmanagement, Qualitätsprüfung und Kundenservice angeboten werden.

Es zeichnet sich ab, dass Speditionen in Zukunft immer umfassendere Dienstleistungspakete für ihre Kunden zusammenstellen werden. Dies kann Unternehmen entlasten und ihnen die Möglichkeit geben, sich stärker auf ihr jeweiliges Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Spedition ist eng und setzt eine transparente Kommunikation voraus. Letztlich kann eine gute Kooperation mit einer Spedition dem Unternehmen helfen, weiter zu wachsen und seine Geschäftsprozesse zu optimieren.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ein Speditionslager ist ein Lager, das von einem Logistikdienstleister (Spedition) betrieben wird. Es dient der Zwischenlagerung, dem Umschlag und der Verteilung von Waren auf dem Weg vom Produzenten zum Endkunden.

Es gibt drei Arten: das Umschlagslager (Waren werden kurzfristig umgeladen), das Dauerlager (Waren werden langfristig aufbewahrt) und das Verteillager (Waren werden auf regionale Standorte aufgeteilt).

Unternehmen sparen Kosten, da sie keine eigenen Lagerhallen benötigen. Zudem profitieren sie von der Fachkompetenz der Spedition in Bereichen wie Transport, Zollabfertigung und Lagerverwaltung.

Im Umschlagslager werden keine dauerhaften Bestände gebildet – die Ware wird lediglich umgeladen und weitertransportiert. Im Dauerlager hingegen lagern Waren über einen längeren Zeitraum, etwa bis zur Weiterverarbeitung.

Viele Speditionen bieten neben dem Transport auch Zollabfertigung, Retourenmanagement, Qualitätsprüfung und Kundenservice an, um ihren Kunden ein umfassendes Logistikpaket bereitzustellen.

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