Was ist eine Intrastat-Meldung und wer muss sie abgeben?

INHALTE
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Intrastat-Meldung ist eine monatliche Pflichtmeldung für Unternehmen, die Gemeinschaftswaren innerhalb der EU handeln.
  • In Deutschland ist das Statistische Bundesamt für die Erhebung und Verarbeitung der gemeldeten Daten zuständig.
  • Jedes Unternehmen mit deutscher Umsatzsteuernummer und EU-Handelspartnern ist zur Abgabe verpflichtet.
  • Die Frist endet am 10. Arbeitstag nach dem Bezugsmonat – eine Verlängerung ist nicht möglich.

Wer internationalen Handel betreibt, wird täglich mit den unterschiedlichsten Fachbegriffen konfrontiert. Deren richtiges Verständnis setzt häufig eine gute Kenntnis der Materie voraus. Im vorliegenden Beitrag erklären wir, was sich hinter dem Begriff „Intrastat-Meldung“ verbirgt, wann eine solche Meldung abgegeben werden muss und wer sie abgeben muss.

Was versteht man unter der Intrastat-Meldung? – Bedeutung

Die Intrastat-Meldung steht im Zusammenhang mit der Innergemeinschaftlichen Handelsstatistik, die im Volksmund auch “Intrahandelsstatistik” genannt wird. Die Unternehmen sind dazu verpflichtet, einmal im Monat mittels einer zentralen Meldung anzugeben, welche Gemeinschaftswaren sie innerhalb der EU tatsächlich verschickt haben. Diese Meldepflicht gilt in allen Mitgliedstaaten der EU. In Deutschland ist das Statistische Bundesamt für die Erhebung und Verarbeitung der Daten verantwortlich.

Auf welchen rechtlichen Grundlagen beruhen Intrahandelsstatistik und Intrastat-Meldung?

Die Grundlagen für die Erhebung der Daten sind im Bundesstatistikgesetz, im Außenhandelsstatistikgesetz und in der Außenhandelsstatistik-Durchführungsverordnung zu finden.

Auf EU-Ebene kommen die Durchführungsverordnung 2020/1197 und die EU-Verordnung Nr. 2019/2152 hinzu.

Die Extrastat ist das Pendant zur Intrastat. Bei der Intrastat ist das Unternehmen dazu verpflichtet, seine Daten an das Statistische Bundesamt zu überreichen. Bei der Extrastat werden die Daten über die Zollverwaltung weitergegeben.

rahmen-intrastat-gemeldet

Was wird im Rahmen der Intrastat gemeldet?

Im Rahmen der Intrastat gibt das Unternehmen an, wie viele Gemeinschaftswaren es innerhalb eines Monats gehandelt hat. Dadurch kann ermittelt werden, welchen Umfang der Warenverkehr zwischen verschiedenen Mitgliedstaaten der EU tatsächlich hatte. Die Daten werden von den zuständigen Behörden der jeweiligen Länder erhoben und verarbeitet.

Wer muss die Intrastat-Meldung melden?

Jedes Unternehmen, das eine deutsche Umsatzsteuernummer besitzt und mit einem Handelspartner aus einem anderen EU-Land einen Vertrag abgeschlossen hat, ist dazu verpflichtet, die Intrastat-Meldung abzugeben. In diesem Rahmen werden die Angaben in gebündelter Form einmal pro Monat gemacht.

Bis wann muss die Intrastat-Meldung eingereicht werden?

Die Intrastat-Meldung wird nach Ablauf des jeweiligen Bezugsmonats bis zum 10. Arbeitstag eingereicht. Eine Fristverlängerung gibt es nicht, selbst dann nicht, wenn für die Umsatzsteuer-Voranmeldung eine Fristverlängerung vom Finanzamt gewährt wurde.

Die Abgabetermine können im Kalender des Statistischen Bundesamts nachgeschaut werden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Die Intrastat-Meldung ist eine monatliche Pflichtmeldung, mit der Unternehmen angeben, welche Gemeinschaftswaren sie innerhalb der EU gehandelt haben. Sie dient der sogenannten Intrahandelsstatistik.

Alle Unternehmen, die eine deutsche Umsatzsteuernummer besitzen und Handelsverträge mit Partnern aus anderen EU-Ländern abgeschlossen haben, sind zur Abgabe der Intrastat-Meldung verpflichtet.

Die Meldung muss bis zum 10. Arbeitstag nach Ablauf des jeweiligen Bezugsmonats eingereicht werden. Eine Fristverlängerung ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Die Rechtsgrundlagen umfassen das Bundesstatistikgesetz, das Außenhandelsstatistikgesetz sowie die Außenhandelsstatistik-Durchführungsverordnung. Auf EU-Ebene gelten zudem die Durchführungsverordnung 2020/1197 und die EU-Verordnung Nr. 2019/2152.

Bei der Intrastat meldet das Unternehmen seine Handelsdaten direkt an das Statistische Bundesamt. Bei der Extrastat hingegen werden die Daten über die Zollverwaltung weitergegeben – sie ist das Pendant zur Intrastat für den Handel außerhalb der EU.

Hinweis

Bei der Erstellung der Inhalte für diese Website bemühen wir uns um größtmögliche Sorgfalt. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass sich Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte jederzeit – auch kurzfristig – ändern können und diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt möglicherweise nicht mehr gegeben sind. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass die bereitgestellten Informationen nicht als individuelle rechtliche, steuerliche, finanzielle oder sonstige fachliche Auskünfte, Empfehlungen oder Beratungen zu verstehen sind. Sie können eine individuelle Einzelfallberatung durch eine fachkundige Person nicht ersetzen und eignen sich nicht als Grundlage von Entscheidungen. Informationen zur Haftung der Verzollungsbüro Butz GmbH finden Sie hier.

Tags

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

Software für Exportmanagement und Zollabwicklung: Vorteile, Kosten, Zertifikate & Anbieter

Software für Exportmanagement und Zollabwicklung: Vorteile, Kosten, Zertifikate & Anbieter

Unternehmen, die internationale Geschäftsbeziehungen in Nicht-EU-Länder pflegen, müssen ihre Im- und Exporte verzollen. Die Verpflichtung, die die Unternehmen bei der Zollabfertigung zu erfüllen haben, sind mit zusätzlichen Kosten verbunden. Der Einkauf von Rohstoffen und anderen Produkten, die für einen Herstellungsprozess...
mehr erfahren
Nordirland-Protokoll & Brexit: Funktion, Umsetzung & Probleme an der Grenze zu Nordirland

Nordirland-Protokoll & Brexit: Funktion, Umsetzung & Probleme an der Grenze zu Nordirland

Der Brexit sorgt in Irland und Nordirland fu00fcr besonderes Streitpotenzial. Dafu00fcr ist das umstrittene Nordirland-Protokoll verantwortlich. Wegen dieser Vertragsklausel gehu00f6rt Nordirland nicht zum Brexit-Gebiet, das die Europu00e4ische Union zollrechtlich verlassen hat. Das ist der Stand im Herbst 2021. Wenn Sie...
mehr erfahren
Was ist ein Einfuhrabgabenbescheid?

Was ist ein Einfuhrabgabenbescheid?

Wenn man Produkte exportiert und importiert, dann wird man zahlreichen bu00fcrokratischen Vorgu00e4ngen ausgesetzt. Bei der Einfuhr von Waren werden Zollabgaben fu00e4llig. Doch was hat es mit dem Einfuhrabgabenbescheid auf sich, wo erhu00e4lt man ihn und wie muss man die Summe...
mehr erfahren
Zollprüfung Unternehmen: Vorbereitung, Ablauf, Dauer, Strafen & mehr

Zollprüfung Unternehmen: Vorbereitung, Ablauf, Dauer, Strafen & mehr

Steht eine Zollprüfung an, muss sich das Unternehmen darauf vorbereiten. Die ins Haus flatternden Prüfungsanordnung des Hauptzollamts ist fast immer mit erheblichem Mehraufwand verbunden: Ansprechpartner müssen bestimmt, Originale zurechtgelegt und dem Prüfer Zugang zu den IT-Systemen verschafft werden. Seinen Abschlussbericht...
mehr erfahren
Ratgeber, Empfehlungen & Tipps für die Zertifizierung als zugelassener Wirtschaftsbeteiligter

Ratgeber, Empfehlungen & Tipps für die Zertifizierung als zugelassener Wirtschaftsbeteiligter

Der englische Begriff „Authorised Economic Operator“, wird mit AEO abgekürzt und auf Deutsch als „zugelassener Wirtschaftsbeteiligter“ übersetzt.In diesem Magazinbeitrag erfahren Sie, was genau ein zugelassener Wirtschaftsbeteiligter ist. Wir beleuchten alle Aspekte rund um die Erlangung der Zertifizierung zum Wirtschaftsbeteiligten und...
mehr erfahren
Zollgebühren: Alles Wichtige zu Zöllen und Einfuhrabgaben im Überblick

Zollgebühren: Alles Wichtige zu Zöllen und Einfuhrabgaben im Überblick

Zwar sind der Wegfall von Zöllen und der freie Warenverkehr die zentralen Merkmale der Zollunion der Europäischen Union (EU), sobald jedoch eine Wareneinfuhr aus oder eine Warenausfuhr in einen Drittstaat erfolgt, stellt sich grundsätzlich die Frage der Zollgebühren und ihrer...
mehr erfahren